Was macht ein/e DiätologIn eigentlich??

„Diätologie“

Das Berufsfeld eines/r DiätologIn

Der Begriff Diätologie oder DiätologIn ist den wenigsten Leuten ein Begriff, obwohl die Berufsgruppe schon seit Jahrzehnten fixer Bestandteil des Gesundheitswesens ist. Hört man das Wort Diätologie ist es, aufgrund der Bezeichnung, nicht zu vermeiden dass jede Person an eine Diät, an das Abnehmen und den Verzicht bzw. an Verbote denkt. Auch sind DiätologInnen mit dem Vorurteil behaftet, immer Gesundes zu essen und nie zu „sündigen“ und zu „ungesunden“ Lebensmitteln wie Fast Food und Co. greifen. Doch auch DiätologInnen sind nur Menschen und genießen ebenso ein Stück Schokolade oder eine gute Pizza vom Italiener. Somit besteht der Beruf einer DiätologIn, nicht daraus Lebensmittel zu verbieten, sondern darin die richtige Ernährungsweise abgestimmt auf die Bedürfnisse, die Ernährungsgewohnheiten und das Krankheitsbild der Personen zu erarbeiten. Darauf will ich nun im folgenden Beitrag genauer eingehen.

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Definition

Das Wort Diätologie leitet sich vom griechischen Begriff diaita ab und bedeutet „Lebensweise“ (Diätetik, 2015).

Das medizinische Lexikon „DocCheck Flexikon“ definiert Diätologie wie folgt: „Als Diätetik bzw. Diätologie wird die Zusammenfassung aller ernährungstherapeutischen Maßnahmen verstanden, welche der Vorbeugung und Behandlung von Erkrankungen dienen. Sie beschäftigt sich interdisziplinär mit der richtigen Ernährung bei Krankheit (Adipositas, Diabetes Mellitus, Nierenerkrankungen etc.) oder in besonderen Lebenssituationen (Sport, Schwangerschaft, Schichtarbeit, Konzentrationssteigerung etc.).“

Die Ausbildung und der Beruf einer DiätologIn unterscheidet sich maßgeblich zu der Ausbildung und dem Aufgabenbereich von ErnährungswissenschaftlerInnen, ErnährungsberaterInnen- bzw Coaches, diplomierte ErnährungstainerInnen und selbst ernannten „Ernährungsexperten“.

Der Unterschied besteht darin, dass eine DiätologIn ein gesetzlich anerkannter Gesundheitsberuf ist. Zusammen mit Ärzten sind nur DiätologInnen gesetzlich dazu befugt mit erkrankten Personen zu arbeiten. D.h. nur ausgebildete DiätologInnen können und dürfen von Gesetzes wegen, ein ernährungstherapeutisches Konzept für und mit kranken Patienten erarbeiten. Die Bestimmungen hierzu sind im MTD-Gesetz geregelt. Die Unterscheidung zwischen DiätologInnen und anderen Ernährungsberufen wird deswegen gesetzlich geregelt, um die Sicherheit der Patienten gewährleisten zu können. indem eine korrekte, auf die Diagnose des Patienten abgestimmte und auf dem neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen basierende Ernährungstherapie durchgeführt wird (Q&A über Beruf und Ausbildung, 2015).

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Ausbildung

Aus diesem Grund sieht das MTD-Gesetz auch eine akademische Ausbildung der Berufsgruppe der DiätologInnen vor. Voraussetzung für das Studium ist die Matura oder die Studienberechtigungsprüfung. Außerdem muss ein Aufnahmetest, bestehend aus einem schriftlichen Test und einem Aufnahmegespräch, bestanden werden. Abgesehen von diesen formalen Kriterien, sollte eine zukünftige DiätologIn einen empathischen Umgang mit Personen jeglicher Herkunft und sozialer Kompetenz in die Ausbildung mitbringe. Dazu gehört auch eine ordentliche Portion Belastbarkeit sowie Durchhaltevermögen, um das fordernde Studium zu bestreiten und später erfolgreich im Beruf bestehen zu können.

Das Studium der Diätologie wird an einer Fachhochschule abgehalten und dauert 6 Semester (3 Jahre) im Bachelorstudium. Dieses schließen die AbsolventInnen mit dem akademischen Grad „Bachelor of Science in Health Studies“ kurz „BSc“ ab. Hinzu kommt die Verleihung der Berufsberechtigung und der Berufsbezeichnung „Diätologin“ bzw. „Diätologe“. Anschließend kann ein Masterstudium absolviert werden, und außerdem sind auch weiterführende Doktoratsstudien vorgesehen (Ausbildung, o.J.).

Die Ausbildung einer DiätologIn umfasst drei Säulen:

  1. Fachlich-methodische Kompetenz
  2. Sozial- und Selbstkompetenz
  3. Wissenschaftliche Kompetenz

In der Ausbildung wird großen Wert darauf gelegt, dass die erlernte Theorie in die Praxis umgesetzt wird. Hierzu dienen 1090 Stunden unentgeltlichen Praktikums (=25% des Studiums) die in den drei Jahren des Studiums absolviert werden müssen. Hier sollen die erarbeiteten Gebiete der Diätetik, des Ernährungs- und Verpflegungsmanagements und der Kommunikation umgesetzt und verbessert werden. Kleinere Schwächen der fachlichen und methodischen Kompetenzen können hier rechtzeitig erkannt werden, dies ermöglicht eine Ausbildung auf hohem Niveau. Die Erlangung der wissenschaftlichen Kompetenz wird durch die Verfassung zweier Bachelorarbeiten erreicht. Hierbei sollte ein Thema gewählt werden in dem einerseits eine Literaturrecherche und andererseits ein empirischer, also forschender Teil verwirklicht wird.

Abgeschlossen wird das Studium mit der Bachelorprüfung, welche vor einer sechsköpfigen Prüfungskommission abgelegt wird. Ziel des Studiums ist es, dass die AbsolventInnen in der Lage sind, ernährungstherapeutische Konzepte, optimal abgestimmt auf das jeweilige Krankheitsbild und den jeweiligen Patienten, zu erstellen und umzusetzen.

Berufsfeld

Hat man die Ausbildung erfolgreich absolviert, bieten sich den ausgebildeten DiätologInnen zahlreiche Betätigungsfelder im klinischen, aber auch im präventiven sowie privaten Gesundheitsbereich.

Es ergeben sich zwei grobe Betätigungsfelder als DiätologIn:

  1. In einem Angestelltenverhältnis
  2. Als freiberuflich tätige/r DiätologIn

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Angestelltenverhältnis

Hierbei können DiätologInnen im Krankenhaus, in Sanatorien, in Rehabilitationszentren, in Seniorenheimen, in Kindergärten und Schulen oder in der Lebensmittelindustrie tätig werden. Der Arbeitsumfang erstreckt sich über die Arbeit in einem interdisziplinären Team (Ärzte, DGKS; Küche etc.) bis hin zur Arbeit mit den Patienten und deren Angehörigen. Im klinischen Bereich arbeiten die DiätologInnen mit kranken Patienten und erstellen, abgestimmt auf die Diagnosen und die Ernährungsgewohnheiten der Patienten, ein ernährungstherapeutisches Konzept. Dabei ist es wichtig die medizinischen Anforderungen, abgestimmt auf die Bedürfnisse des Patienten, in die Praxis umzusetzen. Die Patienten und deren Angehörigen sollten über die ernährungstherapeutische Behandlung und deren Wichtigkeit sowie Wirkungsweise aufgeklärt werden. Hier ist die DiätologIn eine wichtige Schnittstelle zwischen Patienten und Ärzten, DGKS und Küche (Ausbildung, 2015). Die Arbeit in der Küche in einem Krankenhaus oder eines Rehazentrums macht einen relativ geringen Anteil aus. Hierbei nimmt die DiätologIn eine beratende, anleitende und kontrollierende Stellung ein. Aber auch nach Beendigung eines Krankenhaus- bzw. Rehaaufenthaltes, ist es für den Erfolg der Ernährungstherapie essentiell, die Patienten konsequent zu begleiten, um die ernährungstherapeutischen Empfehlungen, nach den individuellen Bedürfnissen, in den Alltag integrieren zu können.

Freiberuflichkeit/Selbstständigkeit

Der Kreativität einer selbstständigen DiätologIn sind keine Grenzen gesetzt. Einerseits werden in der Freiberuflichkeit Projekte bezüglich Public Health und Volksgesundheit vorangetrieben. Hierbei wird ein großer Beitrag zur Bildung eines umfassenden Ernährungswissens in allen Altersschichten geleistet. Die Aufklärung über gesunde Ernährung in Kindergärten, Schulen, Mütterberatungsstellen und auch in Firmen zählt zum Tätigkeitsbereich einer freiberuflichen DiätologIn.

Andererseits bietet eine selbstständig tätige DiätologIn, Ernährungsberatungen für jede Person an, welche ein ernährungsbezogenes Ziel erreichen will. Hierbei kann es sich z.B. um eine werdende Mutter handeln, welche ihr Kind bereits im Mutterleib bestmöglich ernähren will. Auch Personen die Gewicht reduzieren wollen und einen gesunden Lebensstil anstreben, zählen zum Klientel. Besonders Sportler mit hochgesteckten Zielen, (Triathlon etc.) profitieren von der fachkundigen Beratung einer DiätologIn um die bestmöglichste Leistung erzielen zu können (Berufsbild, o.J.).

Fazit

Einer DiätologIn steht ein breites Spektrum an Betätigungsmöglichkeiten zur Verfügung. Hierbei steht immer das Bedürfnis der Klienten, Patienten bzw. Kunden im Vordergrund. Eine DiätologIn trägt einen wichtigen Beitrag zur Volksgesundheit und zur Prävention der Entstehung von ernährungsbedingten Erkrankungen, wie Adipositas, Diabetes Mellitus II etc. bei. Außerdem unterstützen DiätologInnen einzelnen Personen bei deren Lebensstilmodifikation, hin zu einem gesünderen, bewegten und fitteren Leben.

Die Berufsgruppe der DiätologInnen ist ein sehr wichtiger und aufgrund der aktuellen Ernährungssituation, ein immer wichtiger werdender Bestandteil des Gesundheitswesens. Wir nehmen nicht nur eine unterstützende Rolle, sondern auch in gewissermaßen eine Vorbildrolle in Bezug auf einen gesunden und ausgewogenen Lebensstil ein. Wir möchten den Menschen die Angst nehmen, sich Hilfe zu holen wenn es um das Tabuthema der eigenen Ernährung geht – vor allem können Sie bei DiätologInnen auf eine seriöse ernährungsmedizinische Betreuung vertrauen.

Im Zuge dessen möchte ich mich noch bei meiner Kollegin Fr. Theresa Schadler, BSc recht herzlich bedanken, da sie beim Verfassen dieses Beitrages wesentlich mitgewirkt hat 🙂 Danke dir 🙂

 

Ich hoffe euch mit diesem Beitrag etwas über meinen Beruf vermitteln zu können 🙂

Wie gesagt, zögert nicht euch bei jeglichen ernährungsbezogenen Fragen bei mir zu melden 🙂

Alles liebe eure Hanna

„Train hard and go to the Limit!“

Autoren: Fr. BSc Theresa Schadler, freiberufliche Diätologin und Fr. BSc Hanna Genser, freiberufliche Diätologin, Schwerpunkt: Sporternährung

Literaturverzeichnis:

Ausbildung. (2015). Verband der Diätologen Österreichs, Download vom 09.10.2015, von http://www.diaetologen.at/diaetologie/ausbildung/

 

Berufsbild. (o.J.). FH JOANNEUM. University of Applied Sciences. Download vom 9.10.2015, von http://www.fh-joanneum.at/aw/home/Studienangebot_Uebersicht/department_gesundheitsstudien/dio/Studium/~btnq/Berufsbild_2/?lan=de

 

Diätetik. (2015). Wikipedia, vom 08.10.2015, von https://de.wikipedia.org/wiki/Di%C3%A4tetik

Diätetik. (2015). DocCheck Flexikon, vom 08.10.2015, von http://flexikon.doccheck.com/de/Di%C3%A4tetik

Q&A über Beruf und Ausbildung. (2015). Verband der Diätologen Österreichs, Download vom 09.10.2015, von http://www.diaetologen.at/diaetologie/qa/


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