Sinn oder Unsinn? Diäten und deren Sinnhaftigkeit Teil 1

Bereits ein Drittel der österreichischen Bevölkerung hat einmal in ihrem Leben eine Diät durchgeführt. Hierbei ist erstaunlich, das ca. 70% der Diäten positiv verlaufen sind, jedoch ist anzumerken, dass nur ein Fünftel wirklich zufrieden mit den erreichten Ergebnissen der Diät waren. Ein Drittel konnte die erwünschten Erfolge durch das „Diäthalten“ nicht erreichen. Zwei Fünftel der österreichischen Bevölkerung hält eine Diät für wenig sinnvoll, da diese eine Diät mit dem Jo-Jo-Effekt verbinden. Die Personen, welche bereits eine Diät gemacht haben, sind grundsätzlich von einer gesunden Ernährung und einer Ernährungsumstellung, als richtige Maßnahme zum Gewichtsverlust, überzeugt. Diese Fakten rund um das Thema „Diäten“ hat das Institut für Markt- und Sozialanalysen kurz IMAS, im Jahr 2015 erhoben (IMAS Report, 2015, S. 1-2).

Der Diätmarkt ist äußerst lukrativ und wächst von Jahr zu Jahr. Es gibt unzählige Diäten und Konzepte, welche die schnellsten und besten Erfolge versprechen und so die Gruppe der Abnehmwilligen anziehen. Die Diäten versprechen den großen Abnehmerfolg und wollen die  Kilos ohne Mühe und in kurzer Zeit purzeln lassen. Doch nicht nur die Kilos, sondern auch das Geld der Abnehmwilligen schwindet durch so manche Diät-Konzepte. Doch es wird nicht nur mit dem Geld, sondern auch mit den Erwartungen und der Gesundheit der Menschen gespielt.

Das größte Problem, welches ich als Ernährungsexpertin, bei den meisten Diäten sehe ist die Anwendbarkeit auf die breite Masse bzw. auf kranke Personen. Bei einer jungen Person mit ein-paar-Kilos-zu-viel auf den Rippen, kann eine low-carb und high-Protein Diät wohl keinen gesundheitlichen Schaden anrichten. Doch was ist mit den Personen bei denen eine Erkrankung besteht und die ebenso diese Diät durchführen? In diesem Fall kann eine Diät ohne die Anleitung, durch einen ausgebildeten Ernährungsexperten, diese Personen gefährden und zu erheblichen gesundheitlichen Schädigungen führen.

Demnach stellen sich folgende Fragen:

  1.  Wie sinnvoll sind Diäten wirklich und bringen sie einen dauerhaften Erfolg mit sich?
  2. Kann jede Diät ohne Bedenken von jeder Person, ob gesund oder krank, durchgeführt werden?
  3. Was ist der richtige Weg um nachhaltig Gewicht zu reduzieren?
  4. Ist Sport zwingend notwendig um Gewicht zu verlieren?

Frage 1: Wie sinnvoll sind Diäten wirklich und bringen sie einen dauerhaften Erfolg mit sich?

Unter dem Begriff „Diät“ wird eine Kostform oder eine bestimmte Art der Ernährung verstanden. Diese können einerseits zum Ziel haben Gewicht zu reduzieren oder Erkrankungen zu behandeln (Diabetes Mellitus, Adipositas, Mangelernährung, Nierenerkrankungen etc.) (Diät, o.J.). Blitzdiäten, also Ernährungsformen, welche nur über einen begrenzten, meist sehr kurzen Zeitraum angewendet und eingehalten werden, haben keinen dauerhaften Erfolg und können sogar zu Schädigung der Gesundheit führen. Die Schädigungen werden durch eine mangelnde Nährstoffzufuhr, welche durch eine einseitige Ernährung verursacht wird, herbeigeführt. Außerdem können Blitz- oder Crashdiäten den Stoffwechsel zerstören, dies wiederum führt zum gefürchteten Jo-Jo-Effekt (DGE, 2014, o.S.).

Blitz/Crashdiäten schlagen sofort an und man verzeichnet einen enormen Gewichtsverlust auf der Waage. Tatsächlich werden hierbei aber lediglich Wasser und Muskelmasse abgebaut (DGE, 2014, o.S.).

Die Erklärung dazu ist ganz simpel:
Die meisten Diäten erzielen einen raschen Gewichtsverlust dadurch, dass die Diäthaltenden unter 1000 kcal pro Tag an Energie zuführen. Dies nennt man hypokalorische Kost und diese führt zu einem Nährstoffmangel, da weniger Lebensmittel und eine eingeschränkte Auswahl verzehrt werden. Ein Nährstoffmangel führt wiederum dazu, dass der Körper in den Hungerstoffwechsel umschaltet.
Der Hungerstoffwechsel stellt eine katabole Stoffwechsellage dar. Dies bedeutet, dass der Körper die letzten Energiereserven mobilisiert. Zuerst diese die schnell verfügbar sind, wie Kohlenhydrat- und Eiweißdepots aus Leber und Muskel und wenn diese aufgebraucht sind wird erst das Fettgewebe angegriffen. Hinzu kommt, dass sich der Stoffwechsel verlangsamt, um die Energiereserven nicht zu schnell aufzubrauchen (Hungerstoffwechsel, 2015).

Nach 8-10 Tagen wird der Grundumsatz im Hungerstoffwechsel gesenkt, das wiederum ist ein großer Nachteil bei dem Vorhaben Gewicht zu reduzieren. Außerdem versucht der Körper dem Kaloriendefizit entgegen zu wirken und den Körper vor dem Verhungern zu retten, indem er die Fettdepots mit den 1000 kcal zu füllen versucht. Die Muskelmasse bestimmt die Höhe des Grundumsatzes. Je höher die Muskelmasse ist desto höher ist der Grundumsatz. Der Grundumsatz oder die basal metabolic rate oder auch der Ruhe-Nüchtern-Umsatz bezeichnet die Energie die ein Mensch:

  • bei völliger Ruhe
  • im Liegen
  • 12h nach der letzten Nahrungsaufnahme
  • leicht bekleidet
  • mit einer Umgebungstemperatur von 20° C

durchschnittlich benötigt. Der Grundumsatz ist von Mensch zu Mensch verschieden, da dieser durch das Alter, Geschlecht, Körpergröße und Körpergewicht, Klima und Hormone beeinflusst wird. Sport erhöht den Grundumsatz, währenddessen kein Sport und eine Nulldiät den Grundumsatz vermindert (Schlieper, 2010, S. 15-17).

Ein verminderter Grundumsatz bedeutet, dass der Körper ab diesem Zeitpunkt weniger Nahrung benötigt um die Körperfunktionen aufrecht zu erhalten. Endet nun die harte Diät nach 30 Tagen voller Verzicht und Entbehrungen. Freut man sich auf all diese Lebensmittel die während der Diät strikt verboten waren. Somit steigt die Energiezufuhr über die 1000 kcal an und man beginnt wieder zu essen wie vor der Diät. Jedoch benötigt der Körper die Energie nicht mehr da er ja durch die Diät auf Sparflamme geschalten hat um den Körper am Leben zu halten. Der Körper reagiert darauf indem er die nun überschüssigen kcal wieder in die entleerten Fettdepots einlagert um wieder für eine „Hungersnot“, also eine Diät gerüstet zu sein. Die Jo-Jo-Falle hat zugeschnappt und man wiegt wieder gleich viel wenn nicht sogar mehr als vor der harten Diät (Jojo-Effekt, 2015).

Fazit

Abschließend kann gesagt werden, dass viele der unzähligen Diäten mehr Schaden als Nutzen anrichten. Sie versprechen den großen Abnehmerfolg, welcher auch kurzfristig eintritt, jedoch kann eine dauerhafte Gewichtsreduktion durch diese Diäten nicht herbeigeführt werden. Somit sollte man sich vor einer Diät immer zweimal überlegen, ob sie wirklich sinnvoll ist und die Versprechen auch halten kann. Denn am Schluss ist es euer Stoffwechsel der nach solch einer Kur im Eimer ist und euer Körper der nachher noch mehr wiegt als vorher.
Ich gebe euch den Tipp: Hinterfragt jede neue Trenddiät auf ihre Sinnhaftigkeit und ob es nicht wieder ein neuer Trick ist um euch das Geld aus der Tasche zu ziehen und euch danach ernüchtert und unglücklicher als vorher dastehen lässt.

Teil 2 folgt in Kürze 🙂

Alles Liebe,

eure Hanna

„Train hard and go to the Limit!“

 

Literaturverzeichnis:

Wenn Reduktion das Ziel ist. (2015). IMAS Report Nr.11 2015.

Diät. (2015). Wikipedia, Download vom 18.November 2015, von https://de.wikipedia.org/wiki/Di%C3%A4t

Blitzdiäten bleiben ohne dauerhaften Erfolg. (2014). Deutsche Gesellschaft für Ernährung.

Hungerstoffwechsel. (2015). DocCheck Flexikon. Download vom 18. November 2015 von http://flexikon.doccheck.com/de/Hungerstoffwechsel

Schlieper, C. (2010). Grundfragen der Ernährung. Kiel: Dr. Felix Büchner

Jojo-Effekt. (2015). Österreichische Gesellschaft für Ernährung. Download vom 18. November 2015, von http://www.oege.at/index.php/bildung-information/ernaehrung-von-a-z/1769-jojo-effekt

 

 


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