Transfettsäuren – Gefährlich oder Unbedenklich?

In Dänemark trat bereits im Jahr 2004 eine Verordnung in Kraft, die bestimmt, dass in industriell verwendeten Fetten maximal 2% künstliche Transfettsäuren enthalten sein dürfen. Seit dem Jahr 2015 versucht die FDA in den USA Transfettsäuren aus Lebensmitteln gezielt zu eliminieren. Sind Transfettsäuren tatsächlich für eine höhere Sterblichkeit verantwortlich? Sollte es eine Grenze für die Aufnahme von Transfettsäuren geben? Wie gesundheitsschädigend sind Transfettsäuren tatsächlich?

Allgemeines zu Transfettsäuren

Transfettsäuren (kurz: Transfette) entstehen einerseits auf natürliche Art im Pansen von Wiederkäuern (Schaf, Rind etc.) und werden andererseits durch künstliche Härtung von Pflanzenölen in der Lebensmittelindustrie hergestellt. Diesen Vorgang nennt man Hydrogenierung, hierbei werden die Eigenschaften der Lebensmittel wie z.B. Haltbarkeit und Hitzebeständigkeit verändert und verbessert (Journal für Ernährungsmedizin, 2007).

Transfette 1

Transfettsäuren sind enthalten in…

Transfettsäuren sind in natürlichen Lebensmitteln, wie Milchprodukten und im Fleisch von Wiederkäuern enthalten. Vor allem in Fast Food, frittierten Speisen, Backwaren (Croissant, Krapfen, Donut, Topfentascherl etc.),  Knabbergebäck, Fertigprodukten, Erdnussbutter und Mikrowellenpopcorn kommen Transfettsäuren in erhöhtem Maße vor (Stehrer, 2007). Transfette 2

Negative Auswirkungen von Transfettsäuren auf die Gesundheit

Die negativen Wirkungen von Transfettsäuren wurden in Untersuchungen mit deutlicher Evidenz dargelegt. Hierbei sollen Transfettsäuren sogar eine negativere Auswirkung auf die Herzgesundheit aufweisen, als die gesundheitsschädlichen gesättigten Fettsäuren. Ein übermäßiger Konsum an Transfettsäuren, führt nachweislich zu einer Erhöhung des LDL-Cholesterins (schlechtes Cholesterin) und zu einer Senkung des HDL-Cholesterins (gutes Cholesterin). Dadurch erhöht sich das Risiko für Schlaganfall, koronare Herzerkrankungen und Herzinfarkt (Stehrer, 2007). Außerdem steigt mit dem übermäßigen Konsum an Transfettsäuren die Gesamtmortalität um 34% (Holzapfel, 2015).

Die „Österreichische Transfettsäuren Verordnung“

Es ist eindeutig notwendig, den Verzehr von Transfettsäuren in der täglichen Ernährung auf ein Minimum zu reduzieren, um die negativen Auswirkung auf den Körper zu begrenzen. Deswegen verbietet die „Österreichische Transfettsäuren Verordnung“, Lebensmittel mit mehr als 2% Transfettsäuren zu produzieren oder zum Verkauf anzubieten. Die Verordnung beschränkt sich hierbei nur auf industriell hergestellte Transfettsäuren und grenzt somit die natürlich vorkommenden Transfettsäuren aus. Durch diese Verordnung soll sichergestellt werden, dass die Konsumenten transfettsäureärmere Produkte beziehen können (Bundesministerium für Gesundheit, o.J.). Transfette 3

Grenzwerte für einen unproblematischen Genuss

Laut dem US Institute of Medicine, sollte die Zufuhr von Transfettsäuren auf weniger als 1% der Gesamtenergiezufuhr beschränkt werden. Die Deutsche Ernährungsgesellschaft spricht die Empfehlung aus, dass Kinder lediglich 1-1,5g Transfettsäuren pro Tag und Erwachsene maximal 2,5-3g pro Tag aufnehmen sollten. Dieser Empfehlung ist in Österreich jedoch schwer zu entsprechen, da die Zutatenliste nur sehr vage Anhaltspunkte bezüglich des Gehalts an Transfetten gibt. In Österreich muss lediglich die Bezeichnung „Pflanzenfette gehärtet“ oder „Pflanzenfett, teilweise oder partiell gehärtet“ auf der Verpackung angegeben werden, um auf die enthaltenen Transfette hinzuweisen. Dadurch kann jedoch nicht die Menge an enthaltenen Transfetten abgeschätzt werden (Journal für Ernährungsmedizin, 2007).

Beispiel für eine überhöhte Aufnahme an Transfetten

Frühstück: 1 Croissant

Mittagessen: Chickenburger mit Pommes

Abendessen: Ein kleiner TV-Snack 1 Portion Popcorn Transfette 4

Dies ergibt eine Aufnahme von 9g Transfettsäuren an einem Tag. Dies überschreitet die empfohlene Zufuhrmenge für einen Erwachsenen um das Drei- bis Vierfache.

Tipps für den Alltag

Mit diesen Tipps kann die Aufnahme von Transfettsäuren im Alltag reduziert werden.

  • Fett sparen 
    • Wird der Konsum an Fett grundsätzlich eingeschränkt, spart man auch an Transfetten.

 

  • Fast Food und Co. nur selten konsumieren Transfette 5
    • Burger, Pommes, Mikrowellenpopcorn, Backwaren (Croissant, Topfentascherl, Schoko-Donut etc.), Fertigprodukte, Knabbergebäck und Co. sollten sehr selten (1 Mal im Monat) auf dem Speiseplan stehen.

 

  • Auf die Zutatenliste achten 
    • Da die Bezeichnung „gehärtetes Pflanzenfett“ oder „pflanzliches Fett, teilweise gehärtet“ nicht zwingend auf der Verpackung angegeben werden muss, kann man sich bei verpackten Lebensmitteln nie sicher sein ob Transfette enthalten sind. Steht die Bezeichnung jedoch auf der Zutatenliste weit vorne, kann davon ausgegangen werden, dass ein hoher Anteil enthalten ist.

 

  • Hochwertige, mehrfach ungesättigte Fettsäuren bevorzugen
    • Da diese Fettsäuren die negativen Auswirkungen von Transfetten teilweise abschwächen können, sollten hochwertige Pflanzenöle wie Lein,-Raps,-Maiskeimöl etc. bevorzugt werden.

 

  • Diätmargarine statt Margarine und Butter
    • Normale Margarine enthält lediglich einen geringen Anteil an Transfetten. Jedoch ist die Diätmargarine die beste Alternative zur Butter, da die Diätmargarine reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren ist (Stehrer, 2007).

 

 

Quellen:
Journal für Ernährungsmedizin. (2007). Gesundheitsrisiko Transfettsäuren. Download von http://www.ernaehrungsdenkwerkstatt.de/fileadmin/user_upload/EDWText/TextElemente/Lebensmittel/LM-Kontrolle-Sicherheit/Transfettsaeuren_JEM_02_07.pdf

Stehrer, S. (2007). Gefährliche Transfette. Medizin Populär. Download von http://www.medizinpopulaer.at/archiv/essen-trinken/details/article/gefaehrliche-transfette.html

Holzapfel, C. (2015). Denkbar schlechtes Zeugnis für Transfette. Fortschritte der Medizin. 2015 (16)/ Jg. 157. Download von http://download.springer.com/static/pdf/630/art%253A10.1007%252Fs15006-015-3535-y.pdf?originUrl=http%3A%2F%2Flink.springer.com%2Farticle%2F10.1007%2Fs15006-015-3535-y&token2=exp=1454782267~acl=%2Fstatic%2Fpdf%2F630%2Fart%25253A10.1007%25252Fs15006-015-3535-y.pdf%3ForiginUrl%3Dhttp%253A%252F%252Flink.springer.com%252Farticle%252F10.1007%252Fs15006-015-3535-y*~hmac=e496f7817b576531c1f0b3933c39ba36e004468d04f4e637138bbd18648f3839

Bundesministerium für Gesundheit. (o.J.). Trans-Fettsäuren-Verordnung. Download von http://www.bmg.gv.at/home/Schwerpunkte/Ernaehrung/Empfehlungen/Trans_Fettsaeuren_Verordnung

 


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