Pro- und Präbiotika – Die Helfer für einen gesunden und starken Körper

Der regelmäßigen Einnahme von Pro- und Präbiotika wird schon seit Langem eine gesundheitsfördernde Wirkung zugeschrieben. Sie sollen die Darmflora positiv beeinflussen und somit die Gesundheit unterstützen. Welche gesundheitsfördernden Effekte haben Pro- und Präbiotika wirklich? In welcher Form sollen Pro- und Präbiotika eingenommen werden und welche Lebensmittel enthalten diese?

 

Was sind Pro- und Präbiotika? Welche gesundheitsfördernden Effekte haben diese?

Um eine gesunde Darmflora aufrechtzuerhalten, sind Prä- und Probiotika essentiell, da sie positive Effekte auf die intestinale Darmflora, die Mukosabarriere und das intestinale Immunsystem haben. Außerdem hilft eine Therapie mit Prä- und Probiotika bei gastrointestinalen Erkrankungen und kann postoperative Komplikationen reduzieren (Meier, 2005, S.16).

Präbiotika

Präbiotika stellen die „Nahrungsquelle“ für nützliche Bakterien, wie z.B. BifidobakterienPro-Präbiotika 1 oder Laktobazillen dar. Diese wirken sich wiederum positiv auf die Darmflora im Körper aus.

Präbiotika sind kurzkettige Kohlenhydrate, welche im Dünndarm nicht aufgenommen werden und somit in den Dickdarm gelangen, um dort ihre positive Wirkung zu entfalten.

Im Dickdarm entfalten Präbiotika folgende Wirkungen:

– Stimulation des Wachstums von nützlichen Bakterien
– Hemmung des Wachstums von pathogenen (krankheitserregenden) Keimen
– Erhöhung der Kalziumabsorption (Aufnahme von Kalzium) (Meier&Lochs, 2007, S. 163-164).

Probiotika

Probiotika sind lebende Mikroorganismen, welchen besonders gesundheitsfördernde Effekte nachgesagt werden. Präbiotika beeinflussen das Wachstum von probiotischen Keimen im Dickdarm und wirken damit zusammen mit diesen positiv auf die Darmflora ein. Von den rund 400 verschiedenen Arten an Mikroorganismen in der Darmflora gibt es derzeit vier Gruppen von geprüften Probiotika:

  • Lactobacillus
  • Bifidobakterien
  • Steptococcus
  • E. coli

In klinischen und experimentellen Studien konnten Probiotika folgende positive Wirkungen nachgewiesen werden:

  • Elimination von Toxinen und Keimen
  • Positive Auswirkung auf das Immunsystems der Darmflora
  • Wiederherstellung einer gestörten Darmflora (Meier&Lochs, 2007, S. 165)

 

Zusammengefasst können Pro- und Präbiotika folgende positive Auswirkungen aufweisen:

  • Verbesserung der Beschwerden bei ReizdarmsyndromPro-Präbiotika 2
  • Positive Beeinflussung der Symptome bei entzündlichen Darmerkrankungen
  • Positive Auswirkung auf atopische Ekzeme bei Kindern
  • Positive Auswirkung auf Heuschnupfen bei Jugendlichen
  • Verbesserung des Immunsystems
    • Verkürzte Erkältungsdauer (Schrezenmeir, 2008).

 

Quellen von Pro- und Präbiotika in der täglichen Ernährung?

Um die positiven Effekte von Pro- und Präbiotika zu nutzen, müssen diese täglich über die Ernährung zugeführt werden. Denn die positiven Effekte können sich nur dann entfalten, wenn eine hohe Keimanzahl der nützlichen Mikroorganismen im Dickdarm vorhanden ist. Die höchste Effizienz wird erreicht, bei einer täglichen Aufnahme von 1×108 bis 1×109 Mikroorganismen. Um die Anzahl an Probiotika im Darm zu erhöhen, sollten zusätzlich Präbiotika aufgenommen werden, da diese als Nährmittel für Probiotika dienen (Metternich, 2011).

Präbiotika sind enthalten in:Pro-Präbiotika 5

  • Chicorée
  • Topinambur
  • Artischocken
  • Pastinaken
  • Porree/Lauch
  • Zwiebeln, Knoblauch
  • Schwarzwurzeln
  • Banane
  • Weizen und Roggen

Das Gemüse sollte frisch sein und keine lange Transportwege bzw. Lagerzeiten hinter sich haben. Dadurch kann ein Verlust der Nährstoffe und der Qualität der Präbiotika verhindert werden.

Probiotika sind grundsätzlich in fermentierten Lebensmitteln enthalten, wie z.B. in:Pro-Präbiotika 3

  • Sauerkraut
  • Miso
  • Kimchi
  • Milch und Milchprodukte

 

 

Pro- und Präbiotika im Sport?

Gerade im Fitnessstudio oder auch beim Mannschaftsport steckt man sich schnell mit einer Erkältung an. Ist man gerade auf einem hohen Trainingsniveau, ist ein Trainingsausfall aufgrund einer Erkrankung ärgerlich. Da es mehrere Tage dauern kann wieder ins Training zurück zu finden und auf das ursprüngliche Niveau zu kommen.

Daher ist ein starkes Immunsystems im Sport von großem Vorteil. Dazu kann man sich die positive Wirkung von Probiotika zu nutzen machen. Sie helfen einerseits die Nährstoffaufnahme im Darm zu optimieren, andererseits sorgen sie für ein saures Milieu im Darm, welches wiederum dazu führt das sich Krankheitserreger nicht ansiedeln können oder zerstört werden. Außerdem fördern Probiotika die Bildung von Abwehrzellen, welche das Immunsystem unterstützen. Auch konnte in Studien belegt werden, dass die Dauer des Infekts, durch die Einnahme von Probiotika, bis zur Hälfte reduziert werden können.

Demnach empfiehlt es sich gerade im Herbst und Winter, sowie in der Wettkampfzeit auf probiotikareiche Lebensmittel zu setzen (Haywood et al, 2013).

 

 

Supplementation durch Nahrungsergänzungsmittel mit Prä- und Probiotika?

Jeder Bakterienstamm hat eine spezifische Wirkung auf die Gesundheit, dies nennt man auch Stammspezifität. Daher haben Probiotika vom selben Stamm dennoch ein unterschiedliches Wirkspektrum. Die zurzeit bekanntesten Probiotika stammen aus der Gruppe der Milchsäurebakterien. Die Sicherheit und das Anwendungsgebiet von probiotischen Mikroorganismen werden vorerst in klinischen Studien untersucht (HealthBioCare, 2007).Pro-Präbiotika 4

Nahrungsergänzungsmittel (NEM) enthalten Millionen bis Billionen Mikroorganismen, im Gegensatz zu natürlichen Lebensmitteln. Nimmt man nun mit der täglichen Ernährung nicht genug Pro- und Präbiotika auf, wäre eine Supplementation durchaus sinnvoll.

Dennoch ist eine Supplementation zu hinterfragen, da es nur zu gewissen Probiotikastämmen auch wissenschaftlich fundierte Aussagen gibt. Deswegen sollte man, wenn man sich für eine Supplementation entscheidet, besonders auf den angeführten Stamm probiotischer Mikroorganismen achten. Denn wie bereits gesagt, ist eine tatsächliche gesundheitsfördernde Wirkung, nur für einige Stämme bewiesen.

 

 

Fazit

Pro- und Präbiotika weisen eindeutig eine positive Wirkung auf die Gesundheit auf. Es ist jedoch darauf zu achten, dass nur folgende Stämme eine tatsächlich positive Wirkung in Studien nachgewiesen werden konnte:

  • Lactobacillus
  • Bifidobakterien
  • Steptococcus
  • E. coli

Entscheidet man sich für ein hochdosiertes NEM dann sollte man auf die enthaltenen Probiotikastämme achten!

Ansonsten ist man gut beraten, fermentierte Lebensmittel in den täglichen Speiseplan zu integrieren und so die guten Mikroorganismen aufzunehmen.

 

 

Alles Liebe,

 

eure Hanna

 

 

 

Literaturverzeichnis:

Meier, R. & Lochs, H. (2007). Prä- und Probiotika. Therapeutische Umschau. Band 64 (3). Doi: 10.1024/0040-5930.64.3.161

Meier, R. (2005). Ernährung in der Chirurgie. Download von https://www.rosenfluh.ch/media/ernaehrungsmedizin/2005/04/Prae-und-Probiotika-in-der-Chirurgie.pdf

Metternich, K. (2011). Nützliche Mikroorganismen. Praxis Prä-und Probiotika. Download von http://www.pta-aktuell.de/media/pdf/2011/02_11/PTA_02_11_074_075.pdf

Schrezenmeir, J. (2008). Darmgesundheit- wie wichtig ist sie wirklich? Ernährungs Umschau 5/08.

HealthBioCare. (2007). Probiotika. Download von http://www.healthbiocare.com/probiotika/

Haywood, B., Black, K. Baker, D., McGarvey, J., Healey, P. & Brown, C. (2013). Probiotic supplementation reduces the duration and incidence of infections but not severity in elite rugby union players. Journal of Science and Medicine in Sport. Volume 17, Issue 4. July 2014.

 


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