Superfoods – wirklich so super?!

Matcha, Spirulina, Moringa, Acai, Goji-Beere und Co sind derzeit in aller Munde. Ob als Smoothie, Shake, im Müsli oder auch als gesunde Keksvariante. Aufgrund ihres Rufs als Powerfood, Schlankmacher, Appetitzügler und Muntermacher, sind die Superfoods zurzeit hoch im Kurs. Doch beim Kauf von Superfood ist einiges zu beachten!

  1. Ökologischer Apekt

Die meisten Früchte kommen aus fernen Ländern und bringen somit weite Transportwege hinter sich, um in unseren Supermärkten zu landen und dann auf unseren Tisch zu kommen. Nimmt man beim Einkauf Rücksicht auf Regionalität und Saisonalität, belastet dies die Umwelt aufgrund kürzerer Transportwege weniger. Außerdem werden heimische Produzenten unterstützt.

Auch, kann aufgrund des langen Weges nicht mehr von einem frischen und ursprünglichen Produkt ausgegangen werden. Meist werden die Früchte vor Ort zu Pulver verarbeitet, um dann in Smoothies oder Getränken zu landen. Hierbei stellt sich die Frage wie viel Superfood steckt da noch drinnen?! Auch ist zu bedenken, dass ein zuckerreiches Getränk oder ein Smoothie durch exotische Früchte nicht gesünder werden.

Ein weiterer Aspekt sind die meist menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen in den Ländern aus denen wir die exotischen Früchte beziehen. Hinzu kommt, dass viele Früchte mit Schadstoffen belastet sind. Wie Untersuchungen zeigen sind z.B. Goji-Beeren aus China sehr stark mit Pestiziden belastet.

  1. Gesundheitlicher Aspekt

Auch kann zu viel des Guten die Gesundheit schädigen. Das Max-Rubner-Institut warnt davor zu viel Superfood aufzunehmen, da die hohe Konzentration an Antioxidantien Wechselwirkungen mit Medikamenten hervorrufen oder auch die Aufnahme von Vitaminen verschlechtern können. Somit sind hochkonzentrierte Nahrungsergänzungsmittel mit Extrakten aus den exotischen Früchten nicht zu empfehlen.

Trotz der vielen negativen Aspekte von exotischem Superfood ist deren gesundheitliche Wirkung unumstritten. Doch die Lösung ist um einiges einfacher, ökologischer unbedenklich und es wächst oft sogar in unserem eigenen Garten. Denn heimische Früchte und Gemüsesorten stehen den gehypten exotischen Früchten in nichts nach. Anbei meine allerliebsten heimischen Superfoods und ihre supertolle Wirkung.

 

Apfel

„An apple a day, keeps the doctor away!“ supefood-4

Inhaltsstoffe:

  • Pektine
  • Vitamin C
  • Provitamin A
  • Tocopherol (auch Vitamin E)
  • Vitamine B1, B2, B6
  • Calcium, Magnesium, Kalium, Phosphor und Natrium

Aufgrund des hohen Gehalts an Pektin, ist ein geschabter Apfel bei Durchfall ein hilfreiches Hausmittel. Außerdem wirkt sich der hohe Ballaststoffgehalt des Apfels, positiv auf die Verdauung aus. Die enthaltenen Polyphenole stärken unser Immunsystem und schützen uns so im Winter vor Verkühlung.

 

Leinsamensuperfood-3

Inhaltsstoffe:

  • Lignane
  • Omega – 3 Fettsäuren
  • Zahlreiche Schleimstoffe
  • Ballaststoffe

Die Schleimstoffe und Ballaststoffe quellen im Darm auf, indem sie Wasser an sich binden. Dadurch vergrößert sich das Volumen des Darminhaltes und somit wird die Verdauung angeregt. Deswegen sind Leinsamen bei Verstopfung sehr wirksam. Zu beachten ist jedoch, dass pro EL Leinsamen ¼ Liter Flüssigkeit getrunken wird. Ansonsten kann die quellende Wirkung nicht eintreten. Zu beachten ist, dass geschroteter Leinsamen eine intensivere Wirkung hat.

Lignane sollen den Cholesterinspiegel senken, schon ab 3 Teelöffel pro Tag kann dieser positive Effekt bei Männern beobachtet werden. Bei Frauen tritt dir Wirkung nur gering bzw. gar nicht ein.

Omega-3-Fettsäuren sollen präventiv gegen Krebs wirken, eine blutdrucksenkende Wirkung aufweisen und atherosklerotischen Prozessen entgegenwirken.

 

Kürbis/Kürbiskerne superfood-5

Inhaltstsoffe:

  • Vitamin A, C, E
  • Folsäure, Magnesium
  • Calcium, Zink und Kalium
  • Sekundäre Pflanzenstoffe
  • Ballaststoffe
  • Omega-3-Fettsäuren

All diese Inhaltsstoffe stärken das Immunsystem und schützen als Antioxidantien vor freien Radikalen.

Auch wird den Kürbiskernen und den enthaltenen Phytosterolen eine blasenschützende Wirkung nachgesagt und soll bei Prostatabeschwerden eine positive Wirkung haben.

 

Heidelbeere

Inhaltsstoffe:superfood-2

  • Flavonoide
  • Fruchtsäure
  • Pektine
  • Gerbstoffe
  • Sekundäre Pflanzenstoffe

Die enthaltenen Gerbstoffe wirken bei akutem Durchfall stopfend, hierfür wird die getrocknete Frucht verwendet. Da frische Heidelbeeren abführend wirken. Die Blätter können als Tee bei Magenbeschwerden, Durchfall und Entzündungen verwendet werden. Obwohl fundierte Beweise fehlen, gilt der Heidelbeertee als blutzuckersenkend und sollte aufgrund möglicher Risiken bei Diabetes Mellitus nicht konsumiert werden. Den enthaltenen sekundären Pflanzenstoffen, werden cholesterinsenkende Wirkungen nachgesagt.

 

Spinat

Die im Spinat und auch anderem grünen Blattgemüse natürlich vorkommenden Nitrate, sind Energielieferanten für die Mitochondrien der Muskelzellen. Dadurch ist der Körper leistungsfähiger. Nitrate werden im Körper zu Stickstoffmonoxid umgebaut (kurz: NO) und dieser Stoff wirkt entzündungshemmend, anti-thrombotisch und hat eine positive Wirkung auf die Blutgefäße. superfood-1

Fazit

Auch heimische Früchte und Gemüsesorten sind richtige Superfoods und stehen demnach exotischen Früchten in nichts nach. Zusätzlich haben sie einen positiven Effekt auf die Umwelt und auch auf das eigene Geldtascherl.

 

Alles Liebe,

eure Hanna

 

Literaturverzeichnis:

Österreichische Apothekerkammer. Download vom 20.12.2016 , von

https://www.apotheker.or.at/internet/OEAK/NewsPresse_1_0_0a.nsf/agentEmergency!OpenAgent&p=6147F6B6E033242DC1256ECA004E124F&fsn=fsStartHomeFachinfo&iif=0

Larsen FJ et al., „Dietary inorganic nitrate improves mitochondrial efficiency in humans.“ Cell Metab. 2011 Feb 2;13(2):149-59. (Anorganisches Nitrat aus Lebensmitteiln verbessert die mitochondriale Effizienz beim Menschen.)

Karolinska Institutet „Nitrate improves mitochondrial function“ Press Release 2011-02-02 (Nitrat verbessert die Funktion der Mitochondrien)

Charlotte Erlanson-Albertsson et al., “Body weight loss, reduced urge for palatable food and increased release of GLP-1 through daily supplementation with green-plant membranes for three months in overweight women, Appetite, September 2014, („Körpergewichtsverlust, reduzierter Appetit auf Süsses und erhöhte Ausschüttung von GLP-1 durch tägliche Nahrungsergänzung mit grünen Pflanzenmembranen über drei Monate hinweg bei übergewichtigen Frauen”)

Ganzheitsmedizin aktuell. (2010). Vol. 22, No. 2, 2010. DOI:10.1159/000318640 Download von

http://www.karger.com/Article/Abstract/318640

 

 

 


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