BITTER, bitte! 🍊🍇😆

Obwohl Menschen eine angeborene Abneigung gegen den bitteren Geschmack von Obst und GemĂŒse besitzen, sind die enthaltenen Bitterstoffe sehr vorteilhaft fĂŒr unsere Gesundheit.

Von Geburt an haben wir Menschen eine Vorliebe fĂŒr „sĂŒĂŸâ€œ und eine Abneigung gegen „bitter“. Dies hat einen evolutionsbedingten Grund. Denn diese angeborenen GeschmacksprĂ€ferenzen haben seit jeher die Menschen davor beschĂŒtzt giftiges, bitter schmeckendes Obst oder GemĂŒse zu essen. Gerade unreife, ungenießbare oder gar giftige Pflanzen enthalten nĂ€mlich sehr viele Bitterstoffe.

Im Laufe der Zeit entwickelt jeder eine gewisse Vorliebe fĂŒr den bitteren Geschmack wie z.B. fĂŒr Bier oder Bitterschokolade. Dies ist jedoch von Mensch zu Mensch unterschiedlich stark ausgeprĂ€gt.

Bitter

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Der bittere Geschmack von Lebensmitteln entsteht durch die enthaltenen sekundĂ€ren Pflanzenstoffe. SekundĂ€re Pflanzenstoffe sind zwar fĂŒr den menschlichen Energiestoffwechsel nicht von Bedeutung (wie die drei HauptnĂ€hrstoffe Eiweiß, Kohlenhydrate und Fett), jedoch besitzen sie wichtige Schutzfunktionen fĂŒr den menschlichen Körper. SekundĂ€re Pflanzenstoffe sind vor allem in Obst und GemĂŒse wie auch in Vollkornprodukten enthalten (SekundĂ€re Pflanzenstoffe, o.J.).

Bitter fĂŒr die Gesundheit

Bitterstoffe haben folgende gesundheitlich positive Eigenschaften:

  • Appetitanregend
  • Verdauungsfördernd
  • StĂ€rkung der Darmflora
  • UnterstĂŒtzen das Immunsystem
  • Gut gegen Heißhungerbitter 2

Bitterstoffe sind wahrliche Alleskönner und werden auch noch heutzutage als Heilmittel in Tinkturen und Tropfen eingesetzt.

Nicht umsonst haben die meisten Vorspeisen und Aperitifs einen bitteren Geschmack. Die enthaltenen Bitterstoffe in Oliven, einer SchĂŒssel Salat oder einem bitterem Aperitif senden dem Körper die Signale sich auf die Hauptspeise vorzubereiten. Somit werden Magen-Darmtrakt, BauchspeicheldrĂŒse und Leber zum Arbeiten angeregt. Durch den bitteren Geschmack wird mehr Gallen- und MagensĂ€ure produziert, außerdem wird der Magen-Darmtrakt vermehrt durchblutet und die Darmbewegung wird positiv beeinflusst. Dadurch wird vor allem die Fettverdauung gefördert. Deswegen ist ein bitterer Aperitif sowie ein Digestif (als Abschluss einer Mahlzeit), sehr förderlich um eine ĂŒppige und fettreiche Mahlzeit besser und leichter verdauen zu können.

Außerdem wirken Bitterstoffe basisch und können damit einen erhöhten SĂ€urespiegel im Körper ausgleichen. Manche Bitterstoffe sollen sogar fiebersenkend wirken und das körpereigene Abwehrsystem steigern (Bitter is better, 2016).

Jedoch haben Bitterstoffe nicht nur eine appetitanregende Wirkung, sondern können diesen auch verringern. Bei bitterem Geschmack lĂ€sst der Appetit schneller nach, was wiederum bei Heißhunger sehr nĂŒtzlich sein kann (Bitterstoffe, o.J.).

Bittere Lebensmittel

Gurke

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Die in der Gurke enthaltenen Cukurbitane (Gruppe der Saponine) wirken verdauungsfördernd und sollen einen wirksamen Schutz gegen Krebserkrankungen aufweisen. Hierbei ist jedoch darauf zu achten, dass in einer biologisch angebauten Feldgurke mehr Bitterstoffe stecken als in einer gezĂŒchteten Salatgurke.

Grapefruit und Zitrone

Die Grapefruit und die Zitrone enthalten Naringinin (aus der Gruppe der Flavonoide) welches stark antioxidativ wirkt. Die antioxidative Wirkung schĂŒtzt vor freien Radikalen und die enthaltenen Bitterstoffe wirken sich positiv auf die Verdauung aus.

Radicchio und Chicoréebitter 5

Chicorée, Radicchio, Endiviensalat und Zuckerhut enthalten vor allem Intybin und Lactucin, welche verdauungsfördernd wirken und eine positive Wirkung auf erhöhte Blutfettwerte haben.

KohlgemĂŒse

Brokkoli, Kohl, Kohlsprossen und Karfiol enthalten Senföle welche wiederum verdauungsfördernd und vorbeugend gegen Krebs helfen sollen.

WildkrÀuter

Löwenzahn, GĂ€nseblĂŒmchen, Enzian, Hopfen, Wermut und Pfefferminze haben einen besonders hohen Gehalt an Bitterstoffen. Außerdem enthĂ€lt die Pfefferminze Menthol-Verbindungen, welche sich beruhigend auf den Magen auswirken. Rucola, Löwenzahn und Enzian wirken außerdem antibiotisch (Medizin populĂ€r, 2015).

Immer weniger Bitter!

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Auch wenn Bitterstoffe einzigartige gesundheitliche Wirkungen besitzen. Werden bittere Lebensmittel heutzutage immer weniger gegessen. Durch Fertigprodukte und Convenience-Food werden die Menschen immer mehr auf den „salzigen“ und „sĂŒĂŸen“ Geschmack gedrillt. Außerdem wird aus Obst und GemĂŒse der bittere Geschmack immer hĂ€ufiger herausgezĂŒchtet, um einen milden und angenehmen Geschmack zu schaffen. Daher ist der heutige Gaumen sehr empfindlich gegenĂŒber dem bitteren Geschmack und dieser wird dann sehr schnell als unangenehm bzw. ungenießbar empfunden (NDR, 2015).

Um die gesundheitlichen Wirkungen von Bitterstoffen nutzen zu können, sollte man zu alten und ursprĂŒnglichen Obst und GemĂŒsesorten greifen und öfters mal einen bitteren Nachgeschmack auf der Zunge hinterlassen 😋😉

Alles Liebe,

eure Hanna

 

Literaturverzeichnis

Medizin populÀr. (2015). Bitterstoffe: So gesund sind Radicchio, Grapefruit und Co. https://www.medizinpopulaer.at/archiv/essen-trinken/details/article/bitterstoffe-so-gesund-sind-radicchio-grapefruit-co.html

Netdoktor. (o.J.). SekundÀre Pflanzenstoffe. http://www.netdoktor.at/gesundheit/gesunde-ernaehrung/sekundaere-pflanzenstoffe-5925

Newsletter. (2016). Bitter is better. https://www.kug.ac.at/fileadmin/media/betriebrat_v_60/Dokumente/Mitteilungsblaetter/sj201516/BR-Newsletter_Juli_2016.pdf

NDR. (2015). Bitterstoffe bremsen den Appetit. https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Bitterstoffe-bremsen-Appetit,bitterstoffe100.html

 


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